Blogger for Future: „Die grünen Piraten. Krumme Tour auf dem Hühnerhof“ – Andrea Poßberg, Corinna Böckmann

Blogger for Future: „Die grünen Piraten. Krumme Tour auf dem Hühnerhof“ – Andrea Poßberg, Corinna Böckmann

September 19, 2019 0 Von Maike

Seit knapp zwei Jahren haben wir vier Hühner im Garten laufen, von denen wir jeden Tag Eier bekommen und die bei uns laufen dürfen, bis sie eines natürlichen Todes sterben (ok, oder sich ein Fuchs oder Marder nachts unter dem Zaun durchbuddelt wie im Frühjahr, das passiert jetzt aber nicht mehr).  Unsere Hühner leben, würde ich einfach mal behaupten, ein recht gutes Leben und haben sehr viel Platz zum Scharren und Würmer Suchen. Wenn man Eier aus dem Supermarkt kauft, ist es nicht unbedingt der Fall. Bei Eiern aus Bodenhaltung leben die Tiere immer in einem oft fensterlosen Stall, einen Quadratmeter müssen sich neun Tiere teilen. Oft leben in einer großen Halle auch Hühner in mehreren Ebenen übereinander. Bei der Freilandhaltung dürfen die Hühner tagsüber schon uneingeschränkt nach draußen und haben im Stall etwas mehr Platz.

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Im spannenden und zum Nachdenken bringenden „Die grünen Piraten. Krumme Tour auf dem Hühnerhof“ von Andrea Poßberg und Corinna Böckmann lernen fünf Kinder, die zusammen die Umweltschutzbande „Die grünen Piraten“ bilden, eher unfreiwillig die Zustände auf einem großen Hühnerhof namens „Hühnerparadies“ kennen, auf dem die Hühner in Bodenhaltungsform leben.

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Worum geht es?

Das Hühnerparadies – aber nur vom Namen her

Die Kinder sind entsetzt: kein Tageslicht, kein Platz zum Bewegen und keine Spur von frischem Grünfutter, nach dem sie scharren können. Schnell verlassen sie den Stall wieder. Als die später für ihre Eltern ein paar Einkäufe erledigen müssen, entdecken sie ein „Hühnerparadies“ Schild am Eierregal. Abgebildet sind dort auf einer sonnigen Wiese scharrende Hühner. Die Kinder kommen ins Grübeln. Solch eine Werbung, die den Kunden völlig falsche Tatsachen vorspiegelt und so schlechte Haltungsbedingungen für die Hühner, das kann doch nicht sein. Da sie eh etwas für die Projektwoche in der Schule planen müssen, ist schnell klar, welches Projekt sie nehmen möchten: sie möchten die Leute der Stadt über die Zustände im Hühnerparadies aufklären und für bessere Haltungsbedingungen protestieren. Mit dabei ist auch Emil, ein neuer Mitschüler, der mit einem Mitglied der Grünen Piraten befreundet ist.

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Eine nächtliche Aktion

Um die Menschen aufzuklären, steht erst einmal der Bau eines Hühner- Protestmobiles an und dafür benötigen sie Fotos von den dortigen Zuständen. Also verabreden die Freunde sich zu einer gemeinsamen Übernachtung und schleichen sich nachts in einer abenteuerlichen Aktion zum Hühnerparadies. Als dann noch ein Auto unerwartet auf den Hof fährt, müssen sie fluchtartig den Hof verlassen, zum Glück mit den Fotos und einem verletzten, mageren Huhn, dass Jannik unbedingt dort raus retten wollte.

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Das Hühner- Protestmobil

Um allen Menschen der Stadt die Zustände zeigen zu können, stellen sich die Freunde mit ihrem Protestmobil und den Fotos des Hühnerparadieses vor den örtlichen Supermarkt. Natürlich ist dessen Besitzer nicht gerade erfreut und der Bürgermeister, der gerne eine ordentliche Stadt ohne „Schandflecke“ haben möchte, ebensowenig.

Doch die Grünen Piraten lassen sich nicht einschüchtern. Als bald noch herauskommt, dass die Bioeier im Supermarkt keine Bioeier sind, dass Investoren eine riesige Hühnerfarm bauen wollen und dass jemand ihr Protestmobil entwendet hat, wird es noch richtig turbulent und spannend. Und was den neuen Mitschüler Emil angeht, erleben die Grünen Piraten auch noch eine faustdicke Überraschung.

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Fazit

Uns hat das Buch sehr gut gefallen, weil man hier die Themen Tierschutz, Verbrecherjagd, Freundschaft und Zusammenhalt in einem spannenden Buch vereint findet. Ich habe das Buch meinem Sechsjährigen vorgelesen, der wirklich sehr mitgefiebert hat und nur an der einen oder anderen Stelle eine kleine Erklärung benötigte. Die Leser*innen erfahren „nebenbei“ wichtige Dinge darüber, wo unsere Frühstückseier eigentlich herkommen, wie es in vielen Fällen den Tieren dabei geht und wie es besser geht. Man kann davon ausgehen, dass man beim nächsten Supermarktbesuch am Regal mit den Eiern stehen bleiben muss und die Kinder sicherlich laut protestieren, sollte man zu den Eiern aus Bodenhaltung greifen.

Von „Die grünen Piraten“ sind mittlerweile sieben Bände erschienen, die sich ab ca. 8 Jahren gut selbst lesen lassen. Man kann jeden einzelnen Band der packenden Umweltkrimis ohne Probleme lesen, ohne die anderen zu kennen.

Andrea Poßberg, Corinna Böckmann (Illustration), Die grünen Piraten. Krumme Tour auf dem Hühnerhof, Südpol Verlag.