Philosophische Kinderbücher von Kobi Yamada und Mae Benson

Philosophische Kinderbücher von Kobi Yamada und Mae Benson

Dezember 30, 2019 0 Von Maike

Gerade zum Jahreswechsel ziehen viele Menschen ein Resümee über das vergangene Jahr. Was hat sich in dem Jahr getan, welche positiven und auch welche negativen Erlebnisse gab es? Hat man die Chancen, die sich einem angeboten haben, nutzen können oder war es mehr ein Jahr voller Probleme und Stolpersteine? In den beiden philosophischen Kinderbüchern, die wir euch heute vorstellen, widmet sich Kobi Yamada auf ganz besondere Art und Weise diesen Fragen. Im ersten Buch steht ein Junge vor einem große Problem und versucht alles, damit es verschwindet. Im zweiten lernt der Junge, wie er am besten mit einer unerwartet auftauchenden Chance umgeht.

Was macht man mit einem Problem?

Urplötzlich ist es passiert und ein Problem ist da. Niemand hat es gewollt, niemand hat es heraufbeschworen – manchmal passiert es einfach so. Der Junge ist davon überrascht und möchte nur, dass es wieder verschwindet. Doch Ignorieren hilft nicht und es wir größer und größer. Der Junge bekommt Angst vor dem Problem und macht sich Sorgen, dass es ihn verschlingen könnte. Langsam nehmen die Sorgen Überhand und zusammen mit ihnen vergrößert sich auch das Problem.

Der Junge versucht Vieles, vor allem sich unsichtbar zu machen, so dass das Problem ihn nicht mehr findet. Doch auch das misslingt. Eine Idee hat er noch. Was wäre, wenn man sich dem Problem aktiv stellen muss, anstatt vor ihm davon zu laufen? Also fängt er an, eine Maschine zu bauen, die ihm dabei hilft, dieses einzufangen. Und es funktioniert. Und nicht nur das, der Junge entdeckt, dass ihm das Problem auch eine Chance bietet, daran zu wachsen, Neues zu entdecken und dadurch stärker zu werden.

Was macht man mit einer Chance?

Wie schon im Buch zuvor, taucht bei dem kleinen Jungen etwas wie aus dem Nichts auf. Doch dieses Mal ist es kein Problem, sondern eine Chance, die wie ein kleines Blatt auf ihn zu segelt. Der Junge entdeckt sie, ist aber unsicher und greift nicht sofort nach ihr. Und dann ist sie fort. Er trauert dieser ein wenig nach und überlegt lange, bis eine neue Chance auftritt, die er dann ergreifen möchte. Doch das misslingt und er fühlt sich, als wenn alle anderen ihn deswegen auslachen. Also lässt er aus Unsicherheit alle weiteren Chancen sausen und ignoriert sie.

Und dann geschieht es, dass keine weiteren Chancen kommen. Er wartet und wartet, denn insgeheim würde er sehr gerne wieder versuchen, eine Chance zu ergreifen. Und dann tauchte am Horizont wieder eine auf, ganz unerwartet. Der Junge fühlt sich nicht mehr unsicher und völlig ängstlich, sondern auch voller Vorfreude auf das, was kommen könnte. Und daher ist er dieses Mal bereit. Er schnappt sich die große Chance, bevor sie wieder davon fliegt, und hält sie ganz fest.

So hat es uns gefallen

Beide Bücher erzählen mit relativ wenig Text jeweils eine große Geschichte. Die Illustrationen, bei denen mit einem kleinen Farbspektrum gearbeitet wird, unterstützen die Geschichte bildgewaltig. Das Problem wird beispielsweise als dunkle Wolke dargestellt, die erst klein auftaucht und mit zunehmenden Sorgen des Kindes immer größer wird. Irgendwann droht sie ihn zu verschlingen und die ganze Szenerie wirkt düster und bedrohlich. Erst als sich der Junge dem Problem stellt, kommt mehr Farbe ins Spiel, bis nachher die Illustrationen strahlend gelb und farbig sind. Ebenso ist die Gestaltung bei „Was macht man mit einer Chance?“. Der Junge und die Chance sind zunächst als Einziges farbig und am Ende strahlt einem wieder alles bunt entgegen.

Beide Geschichten sind für kleinere Kinder nicht unbedingt leicht zu verstehen und selbst Grundschulkinder benötigen vielleicht einige Erklärungen, um den ganzen Sinn zu verstehen. Vielleicht sind die Bücher auch eher etwas für Erwachsene, die sich darin schnell wieder finden werden, sei es mit ihren Sorgen und Problemen oder auch mit ihren eigenen schon gefundenen Lösungsvorschlägen. Und vielleicht können die Bücher für den einen oder die andere auch einen Stütze sein und ermutigen, selbst eine Chance zu ergreifen oder einem Problem aktiv zu begegnen.

Kobi Yamada, Mae Benson (Ilustration), Was macht man mit einer Chance? Adrian Verlag 2018.

Kobi Yamada, Mae Benson (Ilustration), Was macht man mit einem Problem? Adrian Verlag 2018.

Beide Bücher wurden uns dankenswerterweise vom Verlag für eine Rezension zur Verfügung gestellt. 🙂