„Eisbär fühlt manchmal mehr“

„Eisbär fühlt manchmal mehr“

Januar 8, 2026 0 Von Maike

[unbezahlte Werbung Rezensionsexemplar] Gefühlsstarke Kinder zu begleiten, ist für alle Beteiligten nicht immer einfach. Und natürlich haben auch die Kinder teilweise ganz schön damit zu „kämpfen“, dass sie manchmal so viel und so heftig fühlen. Dabei geht es nicht nur um Wut und Trauer, sondern natürlich auch um Freude und Glück. In der in Reimform verfassten Geschichte „Eisbär fühlt manchmal mehr“ von Britta Sabbag und Igor Lange lernen wir ein großes Tier kennen, das manchmal gar nicht zufrieden damit ist, dass die eine oder andere strake Gefühlswelle es fast „überrollt“. Die empathische Geschichte, die auch noch liebenswert illustriert ist, passt für Kinder ab 3 Jahren.

Der große Eisbär, der am eisigen Nordpol lebt, fühlt ein wenig anders als viele andere. Manchmal ist er ganz wütend, ohne so wirklich den Grund dafür zu kennen und dann fühlt es sich an, als würde er innerlich ganz heiß werden. Mal freut er sich sehr über kleine Dinge und juchzt dann laut vor sich hin. Und wieder ein anderes Mal fühlt er sich ganz traurig. So ist es meist, wenn er zusieht, wie die Sonne untergeht. Wenn die anderen Tiere fragen, was mit ihm los ist, kann er es gar nicht richtig sagen und weiß nur, dass er das nicht so gerne mag. Er beschreibt, wie er sich fühlt: seine Gefühle kommen immer wieder in Wellen über ihn und er kann nichts tun, um das zu verhindern. Wenn die kleinen Schneehasen wild um ihn herum hüpfen, stört es ihn manchmal sehr – obwohl es auch nicht schlecht wäre, ein bisschen Spaß zu haben.

Und dass ihm eine Robbe einfach so einen leckeren Fisch klaut, findet er so gar nicht in Ordnung, auch wenn das natürlich einfach mal vorkommen kann. Er ist ziemlich verzweifelt, als ein anderes Tier, das diese Gefühlslagen kennt, ihm einen Tipp gibt: Wenn es mal wieder zu viel wird, sucht er sich immer eine ruhige Ecke, in der er seine Gefühle heraus lässt – auf welche Art auch immer. Die anderen Tiere bestärken ihn darin und machen ihm klar, dass seine Gefühle einfach zu ihm dazu gehören und ihn ausmachen. Darüber zu reden ist auch immer eine gute Sache und die anderen hören ihm gerne zu.

Besonders schön finde ich es, dass wir hier ein großes Tier als gefühlsstarken Protagonisten haben, das eigentlich für seine Kraft, Stärke und Dominanz bekannt ist. Der Eisbär fühlt sich oft nicht ganz wohl und „anders“ als die anderen. Am Ende können diese ihm aber Mut zusprechen und eine Lösung finden. Die Geschichte bietet sich vor allem gut als Gesprächsanlass an, um mit Kindern über (starke) Gefühle zu reden. Im Gespräch kann man dann versuchen, Parallelen zwischen dem Eisbären und Situationen aus dem eigenen Leben zu finden, die vielleicht von den kleinen Lesern nicht auf den allerersten Blick gezogen werden können. Auf jeden Fall ein Buch, das gut für die pädagogische Arbeit im Kindergarten passt.

Please follow and like us: