„Das fühle ich, was fühlst du?“ von Marisa Hart
[Unbezahlte Werbung] Schon kleine Kinder haben mit großen Gefühlen zu tun, auch mit solchen, die ihnen den Alltag schwer machen. Genau auf diese schauen wir im neuen Bilderbuch „Das fühle ich, was fühlst du?“ von Marisa Hart und Alexander Dietrich. Dort bekommt ein Kind innerhalb einer Woche Besuch von etlichen Monstern, die alle für bestimmte Gefühlsregungen bzw. Zustände stehen. Diese machen dem Kind (und auch der Mutter) ganz schön zu schaffen und es ist oft nicht wirklich glücklich.
Die Mutter bemerkt, dass es doch einige Baustellen gibt, die alle belasten und führt einige Änderungen im Alltag ein. Die Geschichte spricht auf jeden Fall alle Kinder an, aber gerade sensible Kinder werden sich in Stoffel und seinen Empfindungen wieder finden. Der Verlag empfiehlt das Buch für Kinder ab 3 Jahren, ich würde die Altersempfehlung doch etwas höher einsetzen, damit die Geschichte auch gut verstanden wird.

Das kleine Stachelschwein Stoffel verbringt sehr gerne Zeit mit seiner Mama und ist dann auch meist entspannt und zufrieden. Wenn da nicht immer diese kleinen Monster wären, die ganz schön die Stimmung vermiesen können. Eines von ihnen ist das Zeitfresserchen, das am Wochenende gar nicht so viel zu stören hat. In der Woche aber futtert es oft so viel Zeit weg, dass die Mama – Stoffel Zeit gar nicht so lang ist. Mama weiß aber, dass das nächste Wochenende auf jeden Fall kommen wird – mit ganz viel Zeit. Am Montagmorgen steht schon das nächste kleine Monster vor Stoffels Bett. Der Morgenmuffel hat es sich zum Ziel gemacht, die Stimmung zu vermiesen und des Öfteren mal für Streit zu sorgen. Seine Mama kann bestätigen, dass sie Stoffel und seine Abneigung gegen die morgendliche Hetze versteht und dass es ihr auch oft so geht.

Am Abend machen sie aber ganz ruhig und nehmen sich Zeit füreinander. Im Laufe der Woche tauchen noch weitere Wesen auf, die Stoffel in seinem Alltag ganz schön durcheinander bringen. Das eine redet ihm ein, dass die Kleidung kratzig ist und stört und das andere bringt ihn mit seinem quirligen Wesen dazu, wild durch die Gegend zu laufen, bis es Stoffel selbst zu viel wird. Besonders fies ist auch die Spielverderberin, die zu gerne das schöne Spiel des Kindes unterbricht und sich sehr daran freut. Stoffel mag das gar nicht und noch schlimmer wird es, wenn das Zeitfresserchen dann auch noch um die Ecke schaut. Ebendies kommt auch an den anderen Tagen immer wieder, verhindert, dass Mama viel Zeit mit Stoffel verbringen kann und lässt das Kind traurig werden.

Es ist auch dabei, wenn Stoffel schlafen möchte und das Gedankenwusel mal wieder vorbei gekommen ist. Das kennt Mama auch zu gut! Das Kind merkt. dass auch seine Mutter mit dem einen oder anderen Monsterchen zu kämpfen hat und gemeinsam sprechen sie darüber, was sie noch anders machen können, damit diese nicht zu viel Raum in ihrem Alltag einnehmen. Wir können nun auch Vorschlag für Vorschlag lesen und schauen, wie es Stoffel nun besser geht. Ab und zu kommen die Monster natürlich noch vorbei, aber nicht mehr so häufig wie zuvor.

Stoffel lernt ganz schön viele Monster kennen und wirkt daher auch im Großteil der Geschichte gar nicht glücklich. Er hätte so gerne mehr Zeit mit seiner Mutter, aber mit Arbeit und Haushalt bleibt nicht viel davon! Etliches ist ihm zu viel, zu laut, zu kratzig, zu hetzig und er macht sich viele Gedanken über alles. Immer wieder greift seine Mutter diese Punkte auf, macht ihm Hoffnung und Mut und zeigt ihm, dass sie das alles gut versteht. Das ist auf jeden Fall eine wertvolle Botschaft und mildert die vielen schwierigen Momente etwas ab.
Viele Kinder werden sich sicherlich in dem einen oder anderen Punkt wieder finden – oder in mehreren davon. Auf den letzten beiden Doppelseiten werden neue Routinen ausprobiert, die auch den lesenden Kindern helfen können. Die Geschichte ist teils in Reimen verfasst und teils in einem „normalen“ Erzähstil. Die Illustrationen sind kunterbunt und niedlich. Die Monster sind auch nicht wirklich gruselig gezeichnet, sondern altersgerechte Bilddarstellungen von Gefühlen/Momenten. Diese können gut als Gesprächsanlass dienen.
