
„Die fieseste Lehrerin der Welt“
Wir hatten doch wahrscheinlich alle früher in der Schule mal die eine oder andere Lehrkraft, die – sagen wir mal so – nicht so ganz nett zu den Kindern war und bei der es sich nicht so angefühlt hat, als habe sie einen Blick für die Bedürfnisse der Schülerinnen. Ich kann euch aber versprechen, dass wahrscheinlich nur wenige so schlimm waren wie „Die fieseste Lehrerin der Welt“. Diese sehr unterhaltsame und etwas schräge Geschichte von Ulrike Rylance und Horst Hellmeier passt für Kinder ab 8 Jahren – auch wenn sie in Wirklichkeit nur nette Lehrkräfte kennen.

Mitten im Schuljahr geht die nette Lehrerin der 5. Klasse in Rente und alle Kinder sind wirklich traurig. Aber sie sind frohen Mutes, dass die Nachfolgerin Frau Fröhlich auch super sein wird. So geht es auch Paul, der uns durch die Geschichte führt. Doch schon in der ersten Stunde merken alle, dass der Name nicht Programm ist. Die Lehrerin sorgt mit einer Reihe von Verboten gleich für eine ganz neue Struktur in der Klasse. Dort muss alles – auch aus den Taschen – entfernt werden, das nicht direkt mit dem Unterricht zu tun hat: Pokemonkarten, Sticker, Handys, die Kissen in der Leseecke, alle Südfrüchte – und auch das Klassentier Goldfisch Gerald. Nach dem Unterricht bekommen die Kinder zwar alles zurück – bis auf die Früchte -, aber alle Karten sind durcheinander und die elektrischen Geräte komplett entladen.

Nach und nach bekommen sie noch viel mehr Verbote (Lachen, Knoblauch essen, Popeln, Husten usw) und auch alle geplanten Streiche der Klasse gehen völlig anders aus als gedacht. Anscheinend kann die neue Lehrerin sie komplett durchschauen. Sie stattet die Klasse mit stinkenden, fleischfressenden Pflanzen aus, übernimmt immer mehr Fächer (die anderen Lehrer haben angeblich gekündigt) und verteilt eine Strafarbeit nach der anderen. Die Eltern und den Schulleiter kann sie problemlos mit guten Ausreden um die Finger wickeln, aber die Kinder sind sich sicher, dass etwas gegen diese Frau getan werden muss. Es werden Hypothesen aufgestellt (Ist die eine Hexe? Kann ihre seltsame Tasche, die sie immer bei sich trägt, zaubern?) und Pläne geschmiedet. Dabei wächst die vorher in kleine Grüppchen aufgeteilte Klasse zu einer festen Gemeinschaft zusammen!

Die Geschichte ist herrlich schräg und witzig und es macht wirklich großen Spaß, sie zu lesen! Sicherlich auch ein Buch, mit dem sich „Lesemuffel“ motivieren lassen. Und, falls man auch eine nicht ganz so nette Lehrkraft in der Schule hat, gibt es doch ein bisschen Trost: es geht nämlich, wie man hier sieht, immer noch ein bisschen schlimmer!