„Die krasseste Herde oder der Tag, an dem der Zaun krachte“

„Die krasseste Herde oder der Tag, an dem der Zaun krachte“

März 14, 2026 0 Von Maike

[unbezahlte Werbung Rezensionsexemplar] Wenn verschiedene Gruppen aufeinander treffen, die vorher noch nicht wirklich Kontakt zueinander hatten, wird sich meist zunächst einmal untereinander kritisch beäugt und Abstand gehalten. Mit etwas Zeit und gutem Willen merken sie dann aber hoffentlich, dass sie sich trotz kleiner Unterschiede in den meisten Dingen ähneln und dass man zusammen so viel mehr erleben und erreichen kann. Diese wichtige Botschaft ist auch der Kern des sympathischen Bilderbuches „Die krasseste Herde oder der Tag, an dem der Zaun krachte“ von Lisa Rühl und Eli Peter. Mit einem gereimten Text und witzigen Illustrationen passt das Buch für Kinder ab 4 Jahren.

Zwei Schafherden leben schon seit Längerem nebeneinander, aber getrennt durch einen Zaun. Die großen Bergschafe fressen das Gras auf ihrer Talweide und die kleinen Zwergschafe vertreiben sich ihre Zeit im sicher eingezäunten Garten. Sie kennen sich nicht und hatten auch bisher keinen Kontakt zueinander, bis zum heutigen Tage. Sie stecken ihre Schnauzen durch die Zaunbretter und schauen sich danach direkt in die Augen. Es sind die im Garten lebenden Schafe, die zuerst grüßen und die anderen erwidern diesen Gruß.

Die drei Zwergschafe stellen sich näher vor und auch wir erfahren, warum sie als Rasenmäher – Ersatz in dem großen Garten sehr nützlich sein können. Sie können sich recht schlecht vorstellen, was unter einem Bergschaf zu verstehen ist und was diese den ganzen Tag machen. Also erklären sie es: Bergschafe fressen das Gras auf den hoch gelegenen Almen und ab und an schaut ein Hirte nach ihnen. Eines der Schafe macht den Kleinen klar, dass ihre Arbeit viel gefährlicher ist und dass sie auch viel größer seien. Das macht das Zwergschaf so wütend, dass es Anlauf nimmt und mit seinen Hörnern gegen den Holzzaun kracht. Dieser wird dabei zerstört und nun trennt keine Grenze mehr die beiden Herden.

Die drei kleinen Schafe sind zunächst nicht erfreut. Die Großen belegen ihre Lieblingsplätze und fressen die besten Kräuter. Irgendwann legen sie sich aber einfach dazu, was auch gut funktioniert. Leider werden auf einmal alle durch einen Vogel aufgeschreckt und die Schafe laufen panisch in Richtung Wald. Als sie dort einen Baum mit leckeren Früchten entdecken, an die sie aber nur gemeinsam heran kommen können, lernen die Schafe, dass Zusammenhalt und Zusammenarbeit doch wunderbar sein kann, auch wenn man etwas verschieden ist.

Zusammen geht es besser, auch wenn man sich noch nicht so gut kennt und auf den ersten Blick ein wenig voneinander unterscheidet! Eine schöne Botschaft, die in der sympathischen und auch witzigen Geschichte gut deutlich wird. Das lässt sich sicherlich auch wunderbar im pädagogischen Kontext besprechen. Eine kleine Anmerkung: Der bayrische (?) Akzent der Bergschafe war für mich auf den ersten Blick etwas schwierig zu lesen. Das wird sicherlich einigen Nicht – Süddeutschen (vor allem Kindern) so gehen.

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