„Was mach ich nur mit meiner Trauer?“ – Dagmar Geisler

„Was mach ich nur mit meiner Trauer?“ – Dagmar Geisler

Februar 3, 2019 0 Von Maike

[Rezensionsexemplar] Wir wurden schon öfter gefragt, ob wir Bücher zum Thema Beerdigung/Tod empfehlen können. Es gibt einige gute Bücher zu diesem schwierigen Thema, mit denen man mit Kindern darüber ins Gespräch kommen kann und einige Sachen zumindest etwas erklären kann. „Was mache ich nur mit meiner Trauer?“ von Dagmar Geisler aus dem Loeweverlag gehört mit Sicherheit dazu.

Das Buch beginnt mit der Zeichnung eines traurig auf der Schaukel sitzenden Kindes und der direkten Frage an die lesenden Kinder, ob sie schonmal traurig waren. Darauf folgend sind verschiedene Situationen zu sehen, die traurig machen können und von denen jedes Kind bestimmt schonmal zumindest eine erlebt hat: man ist am Geburtstag krank, es regnet beim Strandausflug, ein Freund zieht um oder man wird beim Spielen ausgeschlossen. Es wird deutlich, dass jeder auf eigene Weise traurig sein darf: Wut, Weinen, Schreien, Lethargie, Bauchweh oder auch Hunger Haben, das alles kann eine Reaktion sein. Auf der nächsten Doppelseite folgt darauf ein Katalog von Fragen, die bei der Überwindung der Traurigkeit helfen können.

Nach diesem allgemeinen Blick kommt nun mit der Illustrationen eines Lebenskreislaufs ein besonderer Grund zur Traurigkeit in den Blick, der Tod eines geliebten Menschen. Als Beispiel wird Maries Uroma gewählt, die mit fast 100 Jahren gestorben ist. Wie geht man bei so einem Erlebnis mit der Trauer um? Wieder werden ganz verschiedene Arten des Trauerns bildlich und mit kurzer Beschreibung dargestellt. Und es wird deutlich gemacht, wie wichtig es ist, dass man sich auch an die schönen Erlebnisse erinnert. So hat Marie z.B. immer mit der Uroma gesungen und Namen von Blumen gelernt, woran sie nun häufig denkt und dabei von einem Gefühl der Nähe zur Uroma erfüllt wird.
Zur Trauerbewältigung, so wird deutlich, gehören ebenfalls für viele Rituale dazu, die ganz unterschiedlich sein dürfen: die Beerdigung, einen Drachen steigen lassen, Bilder malen und ein kleines Buch gestalten und vieles mehr. Wichtig ist die Erkenntnis, dass man einen geliebten Menschen immer dabei hat.

dav

Fazit

Das Buch ist eine gute Stütze, um zusammen mit Kindern ab ca. 5 Jahren das Thema Trauer und Traurigkeit zu bewältigen. Es ist kein klassisches Vorlese- oder Bilderbuch, sondern die Kinder werden immer wieder mit Fragen und Ansprachen zum Nachdenken und darüber Reden angeregt. Der Schwerpunkt liegt darauf, dass jede Art von Gefühlen und von Trauerbewältigung in Ordnung ist und es da kein Falsch geben kann. Trotzdem werden noch viele Dinge rund um das Thema erklärt und Kinder finden sich gut in den lebensnahen Beispielen wieder.
Das Buch ist Teil der Reihe „Emotionale Entwicklung für Kinder ab 5“, die noch viele weitere wichtige Bände bietet und sicherlich in jeden Kindergarten bzw. jede Grundschule gehört.