„Amma kann nicht einschlafen“
[unbezahlte Werbung Rezensionsexemplar] Bilderbücher zum Thema Abendritual und Einschlafen gibt es einige. “Amma kann nicht einschlafen” von Regina Feldmann und Daniel Nikoi Djanie ist aber anderes als die anderen, weil hier die Perspektive und auch das Einschlafdilemma ganz anders ist. Das Kind möchte hier so mal probieren, alleine im eigenen Bett zu schlafen, aber Mama und Papa müssen sich erst daran gewöhnen. Sehr liebenswert erzählt, mit einer guten Portion Humor und schönen Illustrationen, für Kinder ab 3 Jahren.

Amma und ihre Plüschgiraffe haben bis jetzt immer im großen Bett zwischen Mama und Papa geschlafen. Dort ist es grundsätzlich sehr gemütlich, aber in der letzten Zeit wurde sie immer wieder von Papas Schnarchen oder Mamas kalten Füßen geweckt. Also beschließt das Kind nun, in ihrem Zimmer zu schlafen, zusammen mit allen Kuscheltieren. Das wird bestimmt auch gut. Als dann der nächste Abend gekommen ist, berichtet sie ihren Eltern von diesem Plan, die etwas überrascht sind. Sie wünschen dem Kind und allen Tieren eine gute Nacht.

Als sie fast eingeschlafen ist, kommt Mama noch einmal vorbei und deckt sie mit einer zweiten Decke zu, damit sie auf keinen Fall friert. Das ist aber viel zu warm und sie kann nicht einschlafen. Die Decke landet auf dem Boden und Amma ist wieder dabei, die Augen zu schließen, als Papa mit einem Glas Milch in das Zimmer kommt. Und wieder ist sie richtig wach – und muss nun auch nochmal die Zähne putzen. Doch an Schlaf ist immer noch nicht zu denken. Papa möchte noch etwas vorlesen und Mama will unbedingt noch das Nachtlicht einstecken. Nun muss Amma richtig laut werden und ihren Eltern klar machen, dass sie nun endlich schlafen und nicht mehr gestört werden möchte.

Am nächsten Morgen fühlt sie sich richtig ausgeschlafen, nur ihre Eltern sind wirklich müde. In der nächsten Nacht legt sie ihre Kuscheltiere zu ihnen ins Bett, damit sie sich nicht so einsam fühlen.
Ich finde es wunderbar, dass hier das Thema Familienbett so völlig standardmäßig und “normal” betrachtet wird. Wisst ihr, wie ich das meine? Natürlich gibt es Familien, bei denen dieses Konzept aus verschiedenen Gründen nicht so gut passt. Aber es gibt auch leider immer noch Erwachsene, die verächtlich auf ein Familienbett schauen. Hier ist es anders. Für die Eltern ist es völlig in Ordnung, dass das Kind “in der Mitte” schläft und irgendwann entscheidet das Kind, dass es doch auch mal probieren möchte, alleine zu schlafen (mit der Option, auch irgendwann wieder zurück zu gehen). Das Ganze wird humor- und liebevoll erzählt, mit wirklich hübschen Illustrationen.
