„Das große Buch der Namen“
[unbezahlte Werbung Rezensionsexemplar] Zu diesem Thema hatte ich noch kein Kindersachbuch in der Hand – und das soll etwas heißen. Auch wenn das Cover von „Das große Buch der Namen“ von Miro Poferl auf den ersten Blick vielleicht etwas unspektakulär aussieht, haben wir hier ein wirklich sehr gut gemachtes, interessantes Sachbuch zu einem alltäglichen Thema, zu dem wahrscheinlich fast jedes Kind schon mal eine Frage hatte. Wir erfahren alles Wichtige rund um das Thema Nachnamen und wie sie entstanden sind. Das Ganze passt für Kinder ab 8 Jahren.

Wir starten mit der Feststellung, dass jeder von uns einen hat, aber man nicht jeden mit diesem anspricht. Es kommt immer ganz auf den Kontext an und darauf, wie gut man jemanden kennt, wenn es darum geht, ob man den Vor- oder Nachnamen verwendet. Der Blick in die Geschichte zeigt, dass es früher anders war. Im Mittelalter entstanden bei uns die ersten Nachnamen aus dem Grund, dass man in den größer werdenden Städten Menschen mit den gleichen Vornamen auseinander halten wollte. Die Menschen gaben sich als Beinamen, die oft auch etwas mit dem Beruf, dem Wohnort oder der Erscheinung zu tun hatten.

Um das besser zu verstehen, schauen wir auf ein Dorf, in dem fünf Männer mit dem Namen Hans leben, die aber alle andere Bei-/Nachnamen bekommen haben. Ein Hans war Müller von Beruf, was genauso wie andere Berufsbezeichnungen zu einem gängigen Nachnamen wurde. Wir bekommen etliche Beispiele für heute bekannte Namen und die spannenden Erklärungen gleich mit dazu. Bei den Auflistungen wird jedes Kind wahrscheinlich einen bekannten Namen aus dem Umfeld finden. Eine andere Möglichkeit, einen Nachnamen zu bekommen, war der Hinweis auf eine optische Besonderheit oder ein Verhalten. Manchmal wird auch ein Vorname, sei es ein Christlicher oder ein Germanischer, zum Nachnamen.

Nach und nach werden noch andere Möglichkeiten zur Entwicklung der Namen erklärt. Oft führte ein spezieller Wohnort zu einem bestimmten Namen. Seit dem 19. Jahrhundert entstehen nun keine neuen Nachnamen mehr, nachdem alle einmal verbindlich von einem Amt aufgeschrieben wurden.
Am Ende des Buches lesen wir noch über besondere Namensrekorde und ganz bestimmte Bedeutungen und bekommen sogar Tipps, wie man sich selbst auf die Spurensuche begeben kann. Da es bis dahin um Namen aus dem deutschsprachigen Bereich, also gibt es nun noch auf mehreren Doppelseiten Informationen zu Nachnamen in anderen Ländern. Hier kann man auch ausprobieren, wie sein eigener spanischer, russischer oder isländischer Nachname lauten würde.
Direkte Ansprache an die Kinder