Ein Bilderbuch zum Thema Zöliakie von Hendrikje Balsmeyer : „Der unerwünschte Gast“

Ein Bilderbuch zum Thema Zöliakie von Hendrikje Balsmeyer : „Der unerwünschte Gast“

Mai 26, 2026 0 Von Maike

[unbezahlte Werbung] Kennt ihr jemanden aus eurem Umfeld, bei dem oder der Zöliakie diagnostiziert wurde? Oder seid ihr selbst davon betroffen? In Deutschland sind schätzungsweise über 800.000 Menschen von der Autoimmunkrankheit betroffen, unter ihnen auch etliche Kinder. Für die Betroffenen ändern sich nach der Diagnose so einiges bei ihrer Ernährung und auch für Freunde und Bekannte ist es wichtig zu wissen, was nun anders läuft und warum das alles sein muss. Mit „Der unerwünschte Gast“ von Hendrikje Balsmeyer und Anuki López ist nun ein wirklich schönes Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren erschienen, in dem auf einfühlsame, aber auch humorvolle Art aus dem Leben eines Kindes berichtet wird, das nun glutenfrei leben muss.

Lou, die zusammen mit ihren Eltern, ihrem kleinen Bruder und einer Katze lebt, hat seit sie sich erinnern kann immer mal wieder Bauchschmerzen. Zusätzlich ist so oft müde und hat nun auch noch Schmerzen in den Beinen bekommen. Also fahren ihre Eltern mit Lou zur Kinderärztin, die ihr Blut abnimmt. Das Mädchen freut sich ein wenig, dass sie danach nicht mehr in die Schule muss, staunt aber auch nicht schlecht, als etwas später Besuch vor ihrer Haustür steht. Die nette Dame stellt sich als Frau Zöliakie vor und hat eine Menge Gepäck dabei. Ihre Eltern wissen auch nicht so recht, was los ist, als diese plötzlich in die Küche geht, Nudeln, Toastbrot sowie Kekse aus den Schränken räumt und alles gründlich putzt. Danach setzt sie sich aber zu einem klärenden Gespräch zu den Eltern und berichtet, dass Lou aus gesundheitlichen Gründen nichts mehr essen darf, was Gluten enthält. Natürlich erklärt sie auch, was Gluten überhaupt ist. Zudem rät sie den Eltern, von nun an ihr Brot selbst zu backen und zum Schneiden auf jeden Fall ein anderes Messer zu nehmen als das, mit dem Papa sein Brot schneidet. Frau Zöliakie wird nun in Lous Zimmer wohnen und sie begleiten.

Beim Frühstück gibt es ein glutenfreies Müsli für sie, welches sogar ganz gut schmeckt. Aber trotzdem findet es Lou ganz schön gemein, dass die anderen weiterhin alles essen dürfen. Auch in der Schule ist die neue Begleiterin dabei. Dort passt sie sehr genau auf, auch als ein anderes Kind, das gerade zuvor ein Brötchen gegessen hat, Lous Stifte benutzen will. Wie peinlich findet sie es, dass dieses nun wegen ihr die Hände waschen muss. Zuhause muss Lou weinen und sie wünscht sich so sehr, dass Frau Zöliakie verschwinden würde! Ihr kleiner Bruder spricht sie darauf an und bemerkt, dass die neue Mitbewohnerin nur auf Lou aufpassen möchte und dass es ihr tatsächlich seitdem besser geht. Das ändert Lous Sicht auf die Dinge und sie stellt sich Frau Zöliakie nun wie eine Art Superheldin vor, die Probleme von ihr fern hält.

Von Zöliakie betroffene Kinder können sich sicherlich sehr gut in Lou hineinversetzen. Aber genauso gut können andere Kinder durch diese Geschichte zumindest im Ansatz verstehen, wie es den Betroffenen ergeht. Lous Gefühlswelt schwankt von Sorge und Ärger über Trauer hin zu Erleichterung, Verständnis und Dankbarkeit. Ihr ist klar, dass sie nun auch etliches mehr achten muss, aber sieht auch bald, dass es gute Alternativen gibt und dass ihre körperlichen Beschwerden nun verschwunden sind. Die Geschichte hat schon einiges an Text, so dass es für Kinder ab ca. 4 Jahren passen ist, aber auch noch sehr gut in der Grundschule eingesetzt werden kann. Die Illustrationen sind auch wirklich wundervoll und werden die Kinder sicherlich begeistern.

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