Ein Kinderbuch über Demenz: „Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank“

Ein Kinderbuch über Demenz: „Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank“

Januar 26, 2026 0 Von Maike

[unbezahlte Werbung Rezensionsexemplar] Wenn die Großeltern zunächst etwas vergesslich werden, man sich hier und da ein wenig über ihr Verhalten wundert – und es dann nach einiger Zeit doch deutlicher wird, lautet oft die Diagnose: Demenz. Für alle Beteiligten keine leichte Situation, auch nicht für Kinder. Es ist wichtig, mit ihnen offen, aber behutsam über dieses sensible Thema zu sprechen. Hier setzt das wirklich schöne Bilderbuch „Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank“ an, geschrieben von Anne & Paul Maar und illustriert von Hannes Maar.

Benny mag seinen Opa wirklich sehr und besucht ihn einmal in der Woche nach der Schule. Dann machen sie zusammen immer lustige Sachen! An diesem Tag ist aber alles etwas anders. Opa hatte den Jungen gar nicht erwartet, weil er dachte, sie hätten einen anderen Wochentag. Zudem findet Benny Opas Schuhe im Kühlschrank und der alte Bär ist sehr überzeugt davon, dass dies ein guter Platz dafür ist. Er bittet seinen Opa, diese wegzuräumen, aber er scheint vergessen zu haben, wo sie eigentlich immer stehen.

Benny fällt ein, dass sein Opa in der letzten Zeit sowieso ziemlich vergesslich geworden ist. Nun macht er sich auf die Suche nach gelben Gummibärchen, die er in der Besteckschublade vermutet. Anscheinend hat er sie aber schon gegessen, was er aber vergessen hat. So geht es auch den Rest des Nachmittags weiter: Opa weiß nicht mehr genau, wo er seinen geliebten Honigkuchen hingestellt hat, spricht manche Wörter nicht mehr ganz richtig aus und wird etwas ärgerlich, wenn Benny ihn verbessert. Er hat das Gefühl, dass er heute einfach alles falsch macht – und das gefällt ihm gar nicht. Nun wirkt er richtig traurig und Benny versucht, ihn zu trösten.

Sie sprechen darüber, dass Opa wohl ein bisschen dement geworden ist und dass deswegen sein Denken nicht mehr ganz so funktioniert wie früher. Das findet er wirklich gemein! Nach der Aufregung macht Benny Essen für Opa und sich und achtet darauf, nicht mehr jeden kleinen Fehler von Opa anzusprechen, so wie dieser es sich gewünscht hat. Es wird nicht mehr so sein wie vorher, aber trotzdem können die beiden noch Spaß miteinander haben. Und Benny verspricht, sich immer um Opa zu kümmern.

Für die lesenden Kinder wird die Veränderung im Verhalten des Opas und die Verwunderung darüber – auf beiden Seiten – gut deutlich. Alles wird liebevoll und behutsam erzählt, mit Blick auf beide Perspektiven. Am Ende wäre es vielleicht noch schön gewesen, wenn ein weiterer Erwachsener dazu gekommen wäre, der klar macht, dass das Kind natürlich nicht für den Opa verantwortlich sein wird, auch wenn es verspricht, sich zu kümmern. Aber das kann man natürlich im Gespräch ergänzen.

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