„So richtig schön Weihnachten. Geschichten von Kirsten Boie“

„So richtig schön Weihnachten. Geschichten von Kirsten Boie“

November 24, 2019 0 Von Maike

Stöbert man durch das Regal mit den Weihnachtsbüchern, findet man viele Sammelbände mit Weihnachtsgeschichten. Mal mit Liedern oder mit Rezepten, mal mit vielen Bildern oder zum Vorlesen. Wer aus der Vielzahl dieser Bücher ein richtiges Highlight sucht, wird bei „So richtig schön Weihnachten. Geschichten von Kirsten Boie“ fündig. Nicht nur, weil eine neue Ritter Trenk Geschichte dabei ist, wird das Buch hier geliebt. Obwohl auch alleine die Ritter Trenk Geschichte schon ausgereicht hätte. 😉 Bei der Lektüre der 17 verschiedenen Geschichten kommt auf jeden Fall Weihnachtsstimmung auf!

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Das gibt’s zu lesen!

Der kleine Ritter Trenk feiert Weihnachten

Es ist kurz vor Weihnachten und Ritter Hans hat einen großen Korb mit Köstlichkeiten für Trenks Familie gepackt und seiner Schwester Mina- Mina mitgegeben. Die waren nämlich immer noch die Leibeigenen des bösen Ritters Wertolt. Auf dem Heimweg wird Mina- Mina von Wertholts Männern überfallen und im Kerker eingesperrt. Und jetzt will dieser auch noch unbedingt Ferkelchen haben, als Festtagsbraten, sonst bleibt die Schwester im Kerker! Ob es trotz allem noch gelingt, ein schönes Weihnachtsfest zu feiern?

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Und sonst noch?

Man feiert nicht nur Weihnachten in Hohnenlob, sondern auch am Möwenweg. Dort werden Kekse gebacken, am ersten Dezember voller Vorfreude der Adventskalender zum ersten Mal geöffnet, der Nikolaustag gefeiert und dann, endlich, richtig Weihnachten gefeiert.

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Auch in anderen Familien wird es weihnachtlich, aber auch turbulent. Das Meerschweinchen King- Kong von Jan- Arne bringt ihn nach einem Ausbruch aus dem Käfig ganz schön in Bedrängnis, als es die Weihnachtsgestecke der Mutter annagt.

Linnea überlegt sich genau, wo der Weihnachtsmann wohl die ganzen Geschenke herbekommt. Als man ihr im Kindergarten erzählt, dass es diesen gar nicht geben soll, wird sie fürchterlich wütend. Zum Glück muss sie ihre Mutter am nächsten Tag zu einem langweiligen Termin ins Rathaus begleiten und ist sich danach ganz sicher: es gibt ihn doch!

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Man begleitet noch Paule, der beim Krippenspiel absolut nicht den Kaspar spielen möchte, nur weil er zufällig die gleiche Hautfarbe hat. Er wünscht sich, ein Engel zu sein, auch wenn er keine hellblonden Haare hat. Und das darf er am Ende auch und rettet noch gleichzeitig das Krippenspiel, bei dem die Jesuskind- Puppe plötzlich lebendig ist und laut weint.

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„Wie der Weihnachtsmann nach Afrika kam“ – Fortune Tazvivinga

Munya lebt erst seit Kurzem bei seiner Tante in der Stadt, um dort in die Schule zu gehen. Freunde hat er noch keine, dafür kann er aber – anders als zuhause – viel Fernsehen und auch Weihnachtsfilme schauen. Er wünscht sich sehr, Freunde zu finden und schreibt einen Brief an den Weihnachtsmann. Als dies bekannt wird, lachen ihn alle aus. Aber wie durch ein Wunder kommt der Weihnachtsmann trotzdem zu ihm und bittet ihn um Hilfe beim Verteilen der vielen Geschenke. Die anderen Kinder sind mehr als erstaunt und dürfen sogar eine Runde mit im Schlitten fahren.

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So hat es uns gefallen

Nur wenige Autor*innen schaffen es so wie Kirsten Boie, Geschichten zu erzählen, in die sich die Kinder sofort hinein versetzen können. Die Hauptfiguren bieten sofort Identifikationspotential und die Kinder erkennen Vieles aus ihrem Alltag schnell wieder. Trotzdem sind die Geschichten weit mehr als reine Nacherzählungen dieses Alltags, sondern voller Witz, Empathie und Spannung.

Die Zusammenstellung der Weihnachtsgeschichten in diesem Band ist besonders gut gelungen. Von der turbulenten Adventszeit voller Freude und auch Stress bis hin zu den Feierlichkeiten des Weihnachtstages ist alles dabei. Neben der neuen Ritter Trenk- Geschichte, die besonders meine Trenk- Fans zuhause erfreut, ist das aufregende Krippenspiel rund um Paule, der so gerne den Engel spielen würde, mein Highlight.

Eine herzallerliebste Geschichte entstammt nicht der Feder von Kirsten Boie, sondern ist von der simbabwischen Autorin Fortune Tazvivinga. „Wie der Weihnachtsmann nach Afrika kam“ entstand in einem Workshop für afrikanische Kinderbuchautoren, den Boie im Februar 2017 in Südafrika leitete.

Kirsten Boie, Silke Brix, Katrin Engelking, Susann Opel- Götz, Barbara Scholz, Susanne Straßer (Illustration), So richtig schön Weihnachten. Geschichten von Kirsten Boie, Oetinger Verlag 2019.

Darin: Fortune Tazvivinga, Raymond Diby (Illustration), Wie der Weihnachtsmann nach Afrika kam.

Das Buch wurde uns dankenswerterweise vom Verlag für eine Rezension zur Verfügung gestellt.