Wenn ein neues Geschwisterchen da ist: „Plötzlich war ein Wuckel da“ – Uticha Marmon, Anne-Kathrin Behl

Wenn ein neues Geschwisterchen da ist: „Plötzlich war ein Wuckel da“ – Uticha Marmon, Anne-Kathrin Behl

Juli 17, 2019 2 Von Maike

Stellt euch vor, ihr lebt glücklich und zufrieden mit eurer Familie zusammen und plötzlich ändert sich alles! Ohne dass ihr es beeinflussen könnt, bringen die anderen Familienmitglieder etwas mit nachhause, was jetzt immer da bleibt. Und nicht irgendetwas, sondern ein Wuckel!
So geht es Ida in „Plötzlich war ein Wuckel da„* von Uticha Marmon und Anne-Kathrin Behl und wahrscheinlich ganz, ganz vielen anderen Kindern, die plötzlich ein Geschwisterchen – ähm, ich meine natürlich ein Wuckel – bekommen. [Rezensionsexemplar]

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Ida spielt gerade im Wohnzimmer, als die Eltern mit einer Tasche hinein kommen und sie auffordern, mal genau zu schauen. Zu Idas Entsetzen haben die Eltern ein Wuckel mitgebracht und Ida ist ganz und gar nicht glücklich. Sie findet das Wuckel nicht süß wie alle anderen, die es immerzu anstarren, sie findet es grausig und malt dazu die passenden Monster – Bilder. Einmal Ida, Mama und Papa – und daneben das grässliche Wuckel-Monster. Es riecht komisch, spuckt, weint viel und ist immerzu rot. Und als Ida helfen will und es mit Käse und Wurst füttern und beruhigen will, schimpft ihr Vater, der doch Minuten zuvor keine Zeit für sie hatte. Ida geht es nicht gut mit der neuen Situation.

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Also denkt sie sich etwas aus: sie macht ein riesengroßes Mehl- Gematsche in der Küche, malt Bilder an die Wände und dekoriert die Wohnung mit Klopapier. Als Idas Erklärung für die Eltern ist klar: das war das Wuckel! Und als die Mutter mit Ida darüber reden möchte und dann auch noch das Wuckel wieder brüllt, brüllt auch Ida ganz laut. Und als das auch nicht hilft, fängt sie aus Verzweiflung an zu singen. Und was dann passiert, verwirrt sie: das Wuckel hört auf zu schreien, schaut Ida an und kichert und lacht. Und Ida merkt, dass es doch gar nicht so schlecht ist, so ein kleines Ding, das doch ganz süß sein kann, zuhause zu haben.

Fazit

Das Buch ist einfach großartig! Hier wird so echt und doch so liebenswert die Perspektive des frischgebackenen großen Geschwisterkindes in den Blick genommen, dass sich mit Sicherheit alle Kinder in ähnlicher Situation in Ida hineinfühlen können.

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Man kann Kinder auf die Situation mit einem neuen Geschwisterkind so gut es geht vorbereiten und alles erklären, aber trotzdem ist es ein großer Umbruch aller familiärer Strukturen. Dieser Umbruch und Idas anfängliche Gefühle werden in den wundervollen Illustrationen und in Idas Zeichnungen der Familie deutlich. Während die Eltern um das Körbchen mit dem Baby sitzen und es glückselig anlächeln, malt Ida Bilder eines Monsters, dass sich in ihre Dreierkonstellation drängt. Ida fühlt sich missverstanden, ungehört und findet, dass die Eltern dem Neuling mehr Zeit widmen als ihr. Um Aufmerksamkeit zu bekommen, fängt sie an, Chaos zu veranstalten.

Ich glaube, dass all dies wirklich die Gefühle von vielen Kindern sind, die ein neues Geschwisterchen bekommen und dass es enorm wichtig ist, diese Perspektive auch einmal einzunehmen. Im Buch sieht man das Wuckel bzw. Baby zum ersten Mal, als Ida es – unabsichtlich – schafft, es zu beruhigen. Idas Blick auf das Baby ändert sich von da an und sie merkt, dass es nicht nur (aber natürlich auch mal) nervig ist, sondern auch nett sein kann. Auf der letzten Seite liegt Ida mit dem Baby in ihrem Zimmer und sie spielen zusammen. Und es gibt noch ein neues von Ida gemalte Bild: Mama, Papa, Ida und Baby, nicht Wuckel.

Ein wunderbares Geschenk für Kinder von ca. 3- 6 Jahren, wenn sich ein Geschwisterchen ankündigt oder schon da ist. Oder auch einfach so, weil man sich die Illustrationen und die sehr coole Familie (großartig hier: Vater mit Hipster- Bart und Tattoos, die Wohnung voller Monstera- Grünpflanzen) einfach anschauen muss. 🙂

Uticha Marmon, Anne-Kathrin Behl, Plötzlich war ein Wuckel da, Magellan Verlag.

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