„Mitten durch. Eine spannende Reise zum Mittelpunkt der Erde“
[unbezahlte Werbung Rezensionsexemplar] Das hier ist ein ganz besonderes Kindersachbuch, das euch bestimmt gefallen wird! Bei „Mitten durch. Eine spannende Reise zum Mittelpunkt der Erde“ von Anett Stütze, Britta Vorbach und Jana Walczyk fällt sofort auf, dass man es anders umblättert als üblich. Wir drehen es zum Lesen so, dass wir nicht von links nach rechts blättern, sondern von oben nach unten. Das passt natürlich ganz wunderbar zum Thema, denn mit jeder umgeblätterten Seite reisen wir weiter in die Tiefe. Gestartet wird an der Erdoberfläche und dann geht es hinab, bis zum inneren Erdkern.
Mit interessanten und informativen Sachtexten, einer Meterleiste am Seitenrand und ganz wund. ervollen, naturgetreuen und detailreichen Illustrationen haben wir hier ein wunderschönes Sachbuch für alle ab 8 Jahren.

Zunächst gibt es zum Einstieg einen längeren Sachtext, in dem wir so einiges über die Entstehung unseres Planeten und über dessen Beschaffenheit lesen. Danach schauen wir ganz genau auf die einzelnen Schichten, immer mit einer Angabe, wie tief wir in uns diesem Moment befinden. Als erstes kommt die sogenannte Erdkruste. Dort haben zahlreiche Lebewesen – ganz kleine wie auch größere – ihren Lebensraum, bauen Höhlen und sind auf der Suche nach Nahrung. Auch die Wurzeln der Pflanzen und die Zellfäden der Pilze breiten sich dort aus.

Mit Metalldetektoren können wir auch viele Dinge finden, die Menschen – teils vor langer Zeit – verloren haben. Mit etwas Glück stößt man in einem Meter Tiefe auf alte Münzen oder archäologische Funde. Natürlich haben die Menschen auch andere Spuren, wie beispielsweise Wasserrohre, dort hinterlassen. Wenn man noch tiefer geht, wird es immer steiniger und man könnte nicht mehr so einfach graben. Die Steinarten, auf die wir dann treffen, können aber von Region zu Region ganz unterschiedlich sein. In 26 m Tiefe finden wir die tiefste U – Bahn Haltestelle Deutschlands (die in Hamburg liegt). Der beerühmte Saatgutspeicher in Norwegen liegt in 40 bis 60 m Tiefe, die beeindruckende unterirdische Stadt Derinkuyu in der Türkei sogar in bis zu 85 m Tiefe.

Wir steigen von Seite zu Seite weiter hinab, durchqueren die Grundwasserschicht und finden mit etwas Glück Fossilien. Nun kommen wir so langsam in die Tiefen, in denen die Menschen ihre Bergwerkstollen gebaut haben und in denen nach Erdöl gebohrt wird. In den vielen Sachtexten bekommen wir immer wieder fundierte Informationen zu den verschiedensten Themen, jeweils natürlich passend zur Tiefe und zu den Illustrationen. Was sind extremophile Organismen, was versteht man unter Magma – Kammern und wie sieht der Übergang der Erdkruste zum Erdmantel aus? Naturgemäß wird es mit dem Eintritt in den oberen Erdmantel etwas „ruhiger“, was die Dinge angeht, die zu zu finden und sehen gibt. Das Prinzip des Buches wird aber weiter geführt. Wir blättern von Seite zu Seite, die auch mal bis auf einen kurzen Sachtext ganz schwarz sein kann, und reisen weiter in Richtung Mittelpunkt der Erde.

Damit das nicht zu eintönig wird, lesen wir auch zusätzlich noch über alte Sagen und Mythen, beispielsweise zur Hölle und zu Vorstellungen vom Leben in Erdmittelpunkt. Am Ende des Buches, wenn auch das Ziel der Reise erreicht ist, gibt es noch einige zusätzliche Informationen und Suchbilder. Ein wirklich spannendes und sehr informatives Kindersachbuch, das ab ca. der 3. Klasse geeignet ist, aber auch noch Jahre danach interessant ist.