Gut lesbare Hunde – Alltagsgeschichte: „Vier Viertel und ein Haufen Chaos“
[unbezahlte Werbung Rezensionsexemplar] Ich habe wieder einen Tipp für alle, die gerne Alltagsgeschichten lesen, die schon etwas mehr Text haben, die sich aber auch noch über große Schrift und zahlreiche farbige Illustrationen (und hier sogar noch einige Comicelemente) freuen. In “Vier Viertel und ein Haufen Chaos. Ein Zuhause für Loki” von Constanze von Kitzing und Cally Strong lernen wir vier sympathische Kinder kennen und lessen über die vielen Eltern wahrscheinlich bekannte Bitte: “Ich möchte unbedingt einen Hund!”. Das passt zum Selberlesen ab ca. 8 Jahren, Vorlesen geht eher.

Die neunjährige Alva wünscht sich von ganzem Herzen einen Hund, aber dank der Allergie ihres Vaters wird dieser nicht in Erfüllung gehen. Das findet sie so ungerecht! Auch ihre beste Freundin Joy hätte so gerne einen tierischen Freund. Auf dem Rückweg von der Schule entdecken die beiden im Park einen alten Pappkarton, in dem ein kleiner Hund sitzt. Daneben liegt ein Zettel mit der Info, dass sein Herrchen sich nicht mehr kümmern kann und er nun ein neues Zuhause sucht. Ihre Freunde Tarik und Enes kommen dazu und finden den Kleinen auch sehr niedlich. Sie einigen sich auf den Namen Loki und überlegen, wo der Hund nun wohnen könnte. Da Alva ihn gefunden hat, soll er auch dort wohnen. Das muss aber unbedingt geheim gehalten werden, auch vor ihren Eltern. Sie schmuggeln ihn in ihr Kinderzimmer, füttern ihn mit Essensresten und gehen eine große Runde durch den Park spazieren. Sie planen natürlich auch, wie es weitergehen soll, kaufen richtiges Hundefutter und versuchen zugleich, ihren normalen Alltag zu bestehen.

Als Loki einmal alleine in Alvas Zimmer bleiben muss, zerstört er einiges und hinterlässt dort auch eine Pfütze. Weil Wochenende ist, übernachtet Joy nun zur Unterstützung auch dort und hilft beim nötigen nächtlichen Spaziergang. Dabei verwüstet Loki den Garten, aber Alvas Eltern haben Wildschweine in Verdacht. Um diese zu verschrecken, kauft er allerlei Zubehör aus dem Baumarkt. Auch macht sich mehr und mehr die Allergie ihres Vaters bemerkbar, der ständig niesen muss. Irgendwann merkt Alva, wie groß das von ihnen angerichtete Chaos ist und sie beichtet ihren Eltern alles. Die Eltern loben ihren Verantwortungssinn, wollen sich aber auch am nächsten Tag darum kümmern, dass Loki in ein Tierheim kommt. Die Kinder protestieren, organisieren – und finden dann doch eine gute Lösung.

Als lesende Eltern muss man manchmal schon etwas schlucken. Die Kinder, und dabei vor allem Alva, verheimlichen schon eine ziemlich große Sache vor ihren Eltern. Es geht sogar so weit, dass den Vater allergische Symptome plagen und er durch die Lüge viel Aufwand hat und wahrscheinlich auch viel Geld einsetzt, um etwas gegen die vermeintlichen Wildschweine zu unternehmen. Als die Wahrheit ans Licht kommt, läuft bei den Eltern alles sehr entspannt, harmonisch und super verständnisvoll. Die Kinder wirken zum Teil noch sehr jung (vor allem, weil sie die Allergie des Vaters anscheinend gar nicht einschätzen können), andererseits bei der Planung des ganzen Verheimlichens schon deutlich älter als 8/9 Jahre. Durch die vielen Illustrationen, die auf jeder Seite zu finden sind, die farbige Hervorhebung einzelner Wörter und die Comicelemente ist die Geschichte sehr gut und motivierend lesbar