Ein Bilderbuch über Gerechtigkeit: „Voll unfair“
[unbezahlte Werbung Rezensionsexemplar] „Das ist doch nicht fair!!“, ruft so manches Kind des Öfteren durch die Wohnung – und ich glaube, ihr könnt euch viele Situationen dazu vorstellen. Gerechtigkeit und Fairness innerhalb des Familienalltags und auch bei der Behandlung von Geschwistern ist ein großes Thema, das viele Familien beschäftigt und für viel Redebedarf und Diskussionen sorgt.
Mit „Voll unfair“ von Madlen Ottenschläger und Lisa Rammensee gibt es nun das passende Bilderbuch zu diesem Thema, das für Kinder ab 3 Jahren passend ist. Sowohl die Kleinen als auch die Großen werden sich gut in die Situation dieser Familie hinein versetzen können und das vielleicht zum Anlass nehmen, die eigene Situation zu reflektieren. Und da wird dann auch klar: Gerechtigkeit bedeutet nicht immer Gleichheit.

Wir schauen in den Alltag einer Familie mit drei Kindern, von denen alle gerade das Gefühl haben, unfair behandelt zu werden. Finja beschwert sich, weil Mama gerade mit Fiete verstecken spielt, anstatt ihr vorzulesen. Fiete findet es unfair, weil Papa Fredi auf den Schultern trägt und nicht ihn. Und Fredi? Dem gefällt nicht, dass es heute Finjas Lieblingsessen gibt und nicht seines. Die Eltern sind in der Situation auch etwas überfragt. Gerne hätten sie mehrere Armen, Beine und Schultern. Aber das ist nunmal leider nicht der Fall. Die Kinder haben das Gefühl, dass alle anderen mehr dürfen und bekommen als sie und finden das natürlich auch echt unfair.

Also setzen sich alle zum Familienrat zusammen und beschließen, dass es nun ganz fair ablaufen wird. Dazu gehört nun auch, dass es zu jeder Mahlzeit Nudeln gibt. Die mögen nämlich alle und so kann sich keiner beschweren, dass es die Lieblingsspeise des einen oder der anderen gibt. Weiter geht es mit der Fairness auf dem Weg zur Schule und zum Kindergarten. Alle wollen direkt neben Mama sitzen (was ganz schön eng wird) und alle wollen zuerst weggebracht werden (deswegen wird niemand weggebracht). So geht es weiter: Beim Kuchenessen wird alles genau abgewogen und beim Spielen wird genau die Zeit gestoppt, damit mit keinem Kind mehr Zeit verbracht wird als mit dem anderen.

Als der Kleinste dann müde in sein Bett möchte und die Großen noch hellwach sind, eskaliert die Situation und alle rufen durcheinander, was sie nun haben möchten und machen wollen. Also wird wieder Familienrat gehalten und alle sehen ein, dass voll fair auch ganz schön unfair sein kann. Es kann nicht gut gehen, wenn alle ganz genau das Gleiche bekommen und dürfen. Sie müssen viel besser genau schauen, was jeder einzelne braucht und möchte und da genug Abwechselung finden.
