Die schönsten Bilderbücher für den Sommer

Die schönsten Bilderbücher für den Sommer

Juni 25, 2021 0 Von Maike

Sommer, Sonne, Blumenwiesen, Badesee oder vielleicht sogar Strand. Ach, ist das eine schöne Jahreszeit. Passend dazu haben wir euch die schönsten Bilderbücher mit ganz besonders viel Sommergefühl zusammengestellt. Ein Pappbilderbuch für die ganz Kleinen und ganz viele schöne Bücher über Ferien und Sommererlebnisse für Kinder ab 4 Jahren. Schaut mal rein, es ist bestimmt etwas Schönes dabei.

„Pip und Posy: Der neue Freund“

Es ist ein schöner Sommertag und die beiden Freunde Pip und Posy gehen gemeinsam zum Strand. Sie erleben dort schöne Dinge und buddeln im Sand, bis Posy ganz müde wird und ein kleines Nickerchen machen möchte. Während sie schläft, sieht Pip einen Jungen in seinem Alter, der neben ihm am Strand liegt und beide beschließen, zusammen zu spielen. Auch sie haben viel Spaß zusammen. Als Posy aufwacht, ist sie nicht erfreut darüber und wird eifersüchtig, auch wenn Pip sofort zu ihr sagt, dass sie mitspielen soll.

Doch das möchte sie nicht und sie zieht sich zurück. Als Tom dann aber vorschlägt, dass sie sich ein Eis holen können, geht Posy doch mit. Tom hat sich gerade sein Eis geholt, da passiert es und eine Möwe schnappt ihm dieses aus der Hand. Er weint und ist sehr traurig. Doch Posy hat eine Idee: sie nimmt ihre letzten Münzen und kauft ihm davon ein neues Eis. Danach verbringen sie noch zu dritt einen schönen Tag am Strand und bauen die tollste Sandburg der Welt. Eine liebenswerte Sommergeschichte unserer Pappbilderbuchlieblinge. Für Kinder ab ca. 1,5 Jahren geeignet. Die ganze Reihe ist sowieso echt toll.

Axel Scheffler, Pip und Posy. Der neue Freund, Carlsen Verlag 2016.*

„Lotti und Dotti. Die schönstem Ferien der Welt“

Die fünfjährige Lotti freut sich so, dass sie in den Sommerferien zwei Wochen bei ihrer Oma verbringen darf. Bei Oma und ihrem Hund Finn ist es wunderschön und sie machen den ganzen Tag lustige Dinge wie z.B. Lieblingsessen kochen und ganz viel spielen. Morgens ist Lotti oft schon vor Oma wach und füttert dann schonmal den Hund. Eines morgens ist aber etwas anders als sonst, denn mitten im Flur steht auf einmal ein kleines Pony mit einem lustigen Pünktchenfell…

Sowohl die Geschichte als auch die Fotos sind einfach ganz zauberhaft und schaffen ein unbeschwertes Wohlfühl- Sommergefühl. Lotti und die sehr junggebliebene Oma sind einem sofort sehr sympathisch, und Dotti natürlich auch. Erzählt wird mit viel Witz und Liebe und genau das merkt man auch bei den Fotografien. Dotti und Lotti sind ein perfektes Team und das kleine Pony macht die tollsten Sachen mit: es spaziert durch Hausflure, versteckt sich hinter einem Baum (und wird doch sofort von Lotti entdeckt) und ist der beste Picknickpartner. Die Fotografien stehen hier beim Buch ganz klar im Vordergrund und zeigen ein Miteinander zwischen Mensch und Tier, wie es sich viele Kinder (und bestimmt auch Erwachsene) wünschen. Wir sind definitiv überzeugt vom Experiment Foto- Bilderbuch und empfehlen das Buch für Kinder ab 4 Jahren.

Susan Niessen, Leonie Ebbert, Lotti und Dotti. Die schönstem Ferien der Welt, Coppenrath Verlag 2020.*

„Ibbe & Knut. Zwei Freunde und das Meer“

Irgendwo mitten in der Nordsee liegen zwei ganz kleine Inseln. Auf der einen wohnt die Ratte Ibbe, auf der anderen das Kaninchen Knut. Auf Ibbes Insel ist es einfach gemütlich, im Herbst bei stürmischen Winden und im Sommer bei strahlender Sonne in den Dünen. Und auch seinen Leuchtturm, in dem er sich eine Wohnung eingerichtet hat, mag Ibbe wirklich gerne. Knut auf der anderen Insel wohnt in einem alten Fischerhaus mit Reetdach und Blümchen vor der Haustür. Auch dort ist es wunderbar heimelig und der Hase liebt es, am Strand zu sitzen und auf das Meer zu schauen. Und obwohl beide Inseln nicht unglaublich weit voneinander entfernt sind, haben die beiden sich noch nie gesehen. Der eine baut gerne Sandburgen am Oststrand seiner Insel, der andere sucht an seinem Weststrand am liebsten Muscheln. Ob sie sich treffen werden?

Wir haben sowohl die absolut liebenswerte Geschichte als auch die wirklich sehr niedlichen Illustrationen sofort ins Herz geschlossen. Die beiden Tiere sind eigentlich ganz glücklich und zufrieden mit ihrem ruhigen und netten Leben auf ihrer kleinen Insel. Doch ein wenig einsam fühlen sie sich schon – und nehmen es selbst in die Hand, dieses zu ändern. Mit Kreativität und Entschlossenheit setzen sie alles daran, um zum neu entdeckten Nachbarn zu gelangen. Es kommt noch ein bisschen Zufall und eine Besonderheit der Nordsee dazu und bald ist der Freund zum Glück gefunden. Die norddeutschen Besonderheiten kommen in Bild und Text ganz besonders liebevoll zur Geltung: Tee mit Kluntjes, reetgedeckte Fischerhäuser und ein rot – weißer Leuchtturm. Zumindest in Gedanken reist man damit schnell an die Nordseeküste. Am Ende des Buches findet man noch einige interessante Sachinformationen über das Wattenmeer, diese so besondere Landschaft, die bei Ebbe auch für uns erlebbar wird. Eine klare Empfehlung von uns für Kinder ab 3 Jahren.

Kristina Scharmacher-Schreiber, Caroline Opheys, Ibbe & Knut. Zwei Freunde und das Meer, Magellan Verlag 2021.*

„Kalle und Elsa: Ein Sommerabenteuer“

© Bohem Verlag

Die Bücher rund um die Abenteuer von „Kalle und Elsa“ gehören eigentlich in jedes Kinderbuchregal. Der zweite Band führt an den Strand, denn endlich ist der Sommer da. Die beiden Freunde haben einen einen tollen Tag am Meer geplant. Alles Nötige wird eingepackt, etwas Essen und Trinken, einen Sonnenschirm und natürlich Schaufeln, denn am Strand muss man buddeln -ist doch klar. Elsas Papa ist auch dabei -und kümmert sich um das Schwimmtier -und die beiden Freunde fangen an, ein tiefes Loch zu graben. Und dabei kann man mehr erleben, als man sich anfangs vorstellen konnte.

© Bohem Verlag

Auch der zweite Band von „Kalle und Elsa“ ist eine fantasievolle, unaufgeregte Geschichte, die mit wenigen Worten und tollen Illustrationen erzählt wird. Das kindliche Vorstellungsvermögen steht im Vordergrund und wird auch beim Betrachten und Lesen dieses Buches gefordert. Das alles geschieht völlig frei von irgendwelchen Geschlechterklischees, was in kleinen Details am Rande auffällt. So trägt der Junge beispielsweise eine pinke Badehose, das Mädchen eine grüne. Es ist grundsätzlich einfach wunderschön illustriert, man taucht regelrecht mit den beiden in eine Strand – und Sommerwelt ein.

Jenny Westin Verona, Jesús Verona, Karl-Axel Daude (Übersetzer), Coppenrath Verlag 2018.*

„Nick und der Sommer mit Oma“

Vor Nick liegt ein Sommer mit seiner Oma, die auf einem Felsen im Meer lebt. Doch ganz so, wie er zuvor dachte, wird es nicht, denn seine Oma hat nie wirklich Zeit zum Spielen und kümmert sich nicht viel um ihn. Nick möchte aber etwas erleben und zieht also auf eigene Faust los auf eine Entdeckungstour. Bei Ebbe geht es los, doch bald kommt die Flut, er findet sich nicht mehr zurecht und auch nicht zur Insel der Oma zurück. Begleitet wird er von einem kleinen Vogelfreund, der aber auch nicht den Weg weiß. Aber zum Glück kommt die Oma mit ihrem Boot zur Hilfe und rettet ihn und den Vogel.

Das Buch ist einfach wunderschön illustriert und die Geschichte sehr fein erzählt. Man taucht ein in die Welt der rauen See und begegnet der Oma, die genau dorthin zu passen scheint. Nach der Rettung ihres Enkels und der Vögel wirkt die Oma grundsätzlich und auch in ihrem Umgang mit Nick wie ausgewechselt. Sie wirkt jünger, beschäftigt sich mehr mit ihm – als wenn sie neuen Schwung und Lebensmut bekommen hätte. Ein fantastisches Buch für Kinder ab 4 Jahren zum immer wieder Anschauen.

Benji Davies, Nick und der Sommer mit Oma, aus dem Englischen von Johanna Hohnhold, Aladin Verlag 2019. *

„Haiferien“

Marie steht verträumt vor dem Globus, dreht und tippt mit ihrem Finger und zwar immer auf ein Meer. Und auch in der Schule möchte sie nur über ein Thema sprechen, das sie sehr glücklich macht: und zwar Haie. Sie lebt zusammen mit ihrem Papa, der als Meeresbiologe arbeitet und den sie auch schon bei seiner Arbeit an der Universität besuchen durfte. Und er verspricht ihr, dass sie bald ein spannendes Abenteuer erleben werden, und zwar an der Ostsee. Marie ist erst etwas erstaunt – sie möchte doch Haie sehen, was soll sie da an der Ostsee. Doch ihr Papa liest mit ihr zusammen in einem Buch, dass es dort sehr wohl viele ihrer Lieblingstiere gibt. Und deswegen ist doch schnell klar: in den Maiferien machen Vater und Tochter Haiferien! Sie segeln zusammen los und zunächst passiert nicht ganz so viel. Sie machen es sich gemütlich, malen viel und essen Dosenwürstchen, Maries Leibspeise. Irgendwann aber möchte Marie dann doch nicht länger warten und unbedingt einen Hai sehen.

Bei der Geschichte hat mir neben den wunderbaren Illustrationen ganz besonders die Beziehung zwischen Marie und ihrem Vater gefallen. Marie lebt alleine bei ihm und er ist sehr bemüht, ihr ihre Wünsche zu erfüllen. Er setzt alles in Bewegung und nimmt sie mit auf ihre lang ersehnten Haiferien und ein Wunsch geht endlich in Erfüllung. Und wie es mit Wünschen oft so ist, ist es dann doch etwas anders, als man es sich vorher vorstellt hatte. Als Marie in dem kleinen Boot sitzt und um sie herum Dutzende Haie schwimmen, bekommt sie doch Angst. Ihr Papa schimpft nicht in der Art, dass sie froh sein solle, weil sie jetzt doch das habe. Nein, er versteht Marie, beruhigt sie und macht ihr den Rest des Urlaubes damit schmackhaft, dass die nun Ferien vom Hai machen. Hier ist alles sehr einfühlsam, bedürfnisorientiert und mit einem Gespür für die kindlichen Gefühle.

Nini Alaska, Haiferien, Tulipan Verlag 2020.*

„Wann sind wir endlich da?“

Es ist mitten in der Nacht und Jim fährt mit seinem Vater im Auto. Nach einem kurzen Nickerchen fragt er, wann sie endlich da seien und die Antwort des Vaters lautet: „Wenn du geschlafen hast.“ Da Jim aber gerade nicht mehr müde ist und es anfängt, langweilig zu werden, erzählt der Vater ihm eine Geschichte und Jim ergänzt ab und zu. Er erzählt von einer Ziege und einer Gans, die zum Meer möchten. Also klettern sie vom Berg hinunter, treiben den Fluss entlang auf einem Baumstamm, spazieren durch eine große Stadt und springen dort von einem Hochhaus aus auf die Wolken. Und auf der Fahrt passiert noch mehr…

Diese ruhige und liebevolle Geschichte bringt Erwachsene wie Kinder zum Schmunzeln. Der Vater erzählt mit Jims Hilfe die Geschichte, kommt aber immer wieder auf die andere Ebene und versucht Jim davon zu überzeugen, dass er müde, seeehr müde, ist und doch endlich schlafen kann. Ich glaube, fast alle Eltern können sich in den Vater hinein versetzen. Doch Jim möchte die Geschichte zuende erzählt haben  und merkt gleichzeitig, dass der Vater immer müder und unkonzentrierter wird. Er bittet den Vater anzuhalten, so dass er sich etwas ausruhen kann und wartet dies ab, zusammen mit Ziege und Gans. Auch durch den Stil der wundervollen Illustrationen werden die zwei verschiedene Erzählstränge kenntlich gemacht. Ich würde das Buch ab ca. 4 Jahren empfehlen, wobei es da manchmal noch etwas schwierig sein kann, den Wechsel zwischen den beiden Teile der Geschichte ganz zu verstehen.

Petra Postert, Jens Rassmus, Wann sind wir endlich da? Tulipan Verlag 2019.*

„Wenn Bären baden“

Die Sonne scheint ganz wunderbar und das Schwein beschließt, den Tag am See zu verbringen. Der Schwimmreifen sitzt, das Wasser sieht herrlich aus, also ab auf den Sprungturmbaum und los geht es. Viele andere Tiere stehen am Rand und schauen skeptisch auf das Schwein, denn sie wissen etwas, das es nicht weiß. Im See trainiert momentan der Bär für Meisterschaften und kann es überhaupt nicht ausstehend, wenn ein anderes Tier dort herum planscht und ihn stört. Genau in diesem Moment streift der Bär seine Badehose über, setzt die Schwimmbrille auf und möchte mit seinem Training starten. Wütend stapft er in den See, direkt auf das Schwein, das in seinem Schwimmring treibt. Was das wohl gibt?

Bei diesem Bilderbuch stimmt einfach alles. Man findet hier eine schöne Geschichte über das Zusammentreffen zweier starker Persönlichkeiten, das anfangs nicht ganz reibungslos abläuft. Zum Glück lässt man sich aber auf Kompromisse ein und merkt, dass Miteinander viel schöner ist anstatt Gegeneinander (oder Nebeneinander, in abgetrennten Schwimmbereichen). Toll! Für mich sind aber die wundervollen Illustrationen ein absolutes Highlight. Das sind zum einen Bär und Schwein, deren Mimik einfach schon unwiderstehlich ist. Aber auch die vielen Einzelheiten, die es auf allen Seiten zu entdecken gibt, machen einfach großen Spaß. Sei es hier die Fußmatte mit Spruch vor der Höhle des Bären, die kleinen Tierchen, die überall mitmischen (ähnlich den Mucklas bei Pettersson), der vollgefutterte, im Eiskoma liegende Biber oder die niedlichen Füchse – das muss man einfach lieben. Wir empfehlen dieses bezaubernde Bilderbuch, das auch Erwachsenen noch Spaß macht, für Kinder ab ca. 3 Jahren.

Ulla Mersmeyer, Wenn Bären baden, Annette Betz Verlag 2021.*

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Die Bücher wurden uns von den Verlagen für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

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