„Woran glaubst du? Dein Gott, mein Gott, kein Gott“

„Woran glaubst du? Dein Gott, mein Gott, kein Gott“

September 21, 2026 0 Von Maike

[unbezahlte Werbung] „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ – Ok, wir wollen hier jetzt nicht über Goethes Faust sprechen, aber über Glauben und Religiosität. Ob ein Kind oder eine Familie nun an einen Gott – oder an etwas anderes aus dem Bereich des Spirituellen – glaubt oder nicht, das Thema ist auf jeden Fall super spannend und betrifft oft den Alltag und das Zusammenleben in der Gemeinschaft. Wenn wir uns für den Glauben von anderen interessieren und versuchen, andere Perspektiven zu verstehen, kann das ein großer Gewinn für alle sein. Natürlich macht es aber auch Sinn, sich mit dem eigenen Glauben zu beschäftigen und mit Kindern darüber ins Gespräch zu kommen.

Mit „Woran glaubst du? Dein Gott, mein Gott, kein Gott“ von Jörg Bernardy und Nini Alaska ist nun ein 125 Seiten starkes, sehr gut gemachtes Sachbuch für Kinder ab 9 Jahren erschienen, das mich mit seinem umfassenden, aber gleichzeitig kindgerechten Blick definitiv überzeugen konnte. Mit insgesamt 21 Fragen schauen wir auf das Thema, erfahren dabei so einiges und haben danach auch mit Sicherheit den einen oder anderen Punkt im Kopf, über den es sich zu diskutieren lohnt.

Zunächst geht es um die Frage nach der Schöpfung bzw. dem Anfang, die in fast jeder Glaubensrichtung eine große Rolle spielt und hier besonders um das Zusammenspiel (oder den Gegensatz?) von Wissen und Glauben. Weiter geht es mit einem Blick in die Vergangenheit zu den Anfängen des Glaubens und ersten religiösen Vorstellungen und Riten, die sich überall auf der Erde unabhängig voneinander entwickelt haben, und doch oft ähnlich sind. Natürlich wird in diesem Buch auch auf die Menschen geschaut, die sich als Atheisten bezeichnen.

Wir lernen ihre Argumentationen kennen und erfahren etwas über ihre weltweite Verteilung. Im Folgenden lesen wir einiges über religiöse Rituale, die für das Zusammenleben in diesen Gemeinschaften wichtig sind und über den Glauben an Wunder, der in vielen Religionen verbreitet ist. Spannend ist auch die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Glauben und Religion. Der Autor erklärt hier, dass es auch Menschen gibt, die keiner Religion angehören, aber an etwas anderes Übernatürliches glauben. Hierbei kommt er auch kurz auf Sekten und die damit einhergehende Problematik zu sprechen. In so einem Buch darf natürlich ein Überblick über die verschiedenen Weltreligionen, deren heilige Schriften und Gebote nicht fehlen.

Wir erfahren weiter, wie unterschiedliche Gotteshäuser oder Gebetsstätten aussehen können, welche Kleidungsvorschriften in der einen oder anderen Religion üblich sind und welche Rituale es braucht, damit ein Mensch in eine religiöse Gemeinschaft aufgenommen werden kann. Spannend ist auch die Auseinandersetzung mit den verschiedenen religiösen Festen, von denen die lesenden Kinder bestimmt schon das eine oder andere kennen.

Es gibt noch Kapitel zu verschiedenen Vorstellungen vom (Leben nach dem) Tod und vom Ende der Welt, bevor wir uns zum Schluss des Buches noch aktuellen politischen Fragen widmen. Dabei muss natürlich auch über den Zusammenhang von Gewalt und Religion gesprochen und über die Trennung von Staat und Kirche diskutiert werden. Immer wieder finden wir kleine Sprechblasen, in denen Kinder zu Wort kommen und von ihren eigenen religiösen Erlebnissen und Überzeugungen zu berichten.

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