Bestärkende Vorlesegeschichten: „Wir packen das und sagen was“

Bestärkende Vorlesegeschichten: „Wir packen das und sagen was“

Januar 26, 2026 0 Von Maike

[unbezahlte Werbung Rezensionsexemplar] Es ist so wichtig, dass Kinder ihre Rechte kennen und dass sie wissen, dass das eine oder andere Verhalten von Erwachsenen und auch anderen Kindern absolut nicht in Ordnung ist. Dann darf und muss man etwas sagen, laut werden und für die eigenen Rechte (und die von anderen) einstehen – auch schon im Kindergartenalter. Mit „Wir packen das und sagen was“ von Regina Feldmann, Judyta Smykowaski und Christiane Fürtges ist nun ein Buch mit neun verschiedenen bestärkenden Geschichten erschienen. Dieses bietet viele wichtige Impulse für Gespräche im pädagogischen Kontext, aber auch im Privaten. Das Ganze passt für Kinder ab 4 Jahren, kann aber auch noch im Grundschulalter (1./2. Klasse) hilfreich sein.

Beim ersten Morgenkreis nach den Osterferien fragt Erzieher Kai die Kinder nach ihren Erlebnissen und nach und nach erzählen diese ganz Unterschiedliches aus den vergangenen Tagen. Vi berichtet davon, dass sie mit ihrer Patentante auf den Jahrmarkt gehen möchte und sich sehr darauf freut. Als diese sie zur Begrüßung fest drücken möchte, zögert das Kind aber, weil es sie schon lange nicht mehr gesehen hat und irgendwie gerade keine Berührungen möchte. Die Patentante ist kurz etwas erstaunt, aber trotzdem haben sie einen wundervollen Tag auf dem Jahrmarkt.

Tuyeni wohnt für ein paar Tage auf einem Bauernhof bei ihrer Cousine, für die eine wundervolle Geburtstagsparty geplant ist. Leider geht durch einen unabsichtlichen Fehler des Mädchens bei den Vorbereitungen einiges schief, aber sie schaffen es trotzdem, die Party zu retten. In einer anderern Geschichte lesen wir von Rafael, der gerade mit seinem Papa ein Buch darüber gelesen hat, dass sein Körper nur ihm gehört! Das findet er so wichtig! Als er dann abends seine Zähne putzen soll, erinnert er sich daran und möchte das Putzen ausfallen lassen. Papa versucht zu verhandeln und wird dann irgendwann doch sauer, als Rafael sich nicht darauf einlässt. Sie finden aber eine Lösung, so dass er doch mit sauberen Zähnen ins Bett geht. Aber auch hier ist es ganz wichtig: ohne Gewalt!

Weiter geht es mit Malina, die so gerne eine besondere Mütze ihrer Lieblingsband haben möchte. Leider ist das Geschäft nicht barrierefrei, so dass sie mit ihrem Rollstuhl nicht hinein kommt. Normalerweise unterstützt ihre Mutter solche Geschäft nicht, aber in diesem Fall ist es etwas anderes. Sie geht hinein und Malina wartet draußen und holt in der Zwischenzeit ein Eis. Plötzlich packt ein Fremder die Griffe ihres Rollstuhls und schiebt sie weg, um ihr zu helfen. Dabei braucht sie doch keine Hilfe und möchte das gar nicht! Es gibt noch eine Geschichte, in der wir davon hören, dass ein Mädchen von anderen Kindern heimlich auf der Toilette beim Umziehen beobachtet wurde und sich mutig dagegen wehrt.

Alle Geschichten haben gemeinsam, dass zunächst ein Kind erzählt und dann andere Kinder aus der Gruppe und auch der Erzieher ihre Meinung dazu sagen. Zusätzlich gibt es immer noch einen Infokasten für Erwachsene, in denen kurz über die problematische Situation gesprochen wird. Wir lesen darüber, dass viele Kinder es nicht mögen, auf ihre Behinderung angesprochen zu werden, dass man nicht ungefragt andere Kinder anfassen sollte (auch nicht in ihr Haar fassen) und dass es Kinder gibt, die wirklich keine Überraschungen mögen und denen Routinen sehr wichtig sind. Auf Vielfalt und Klischeefreiheit wird dabei immer viel Wert gelegt.

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