„Rache ist süß. Eine bitterböse Überraschung“

„Rache ist süß. Eine bitterböse Überraschung“

März 28, 2026 0 Von Maike

[unbezahlte Werbung/ Rezensionsexemplar] Man muss sich nicht immer alles gefallen lassen! Das ist leichter gesagt, als getan, aber trotzdem ein wichtiger Grundsatz. Mit der Zeit merken das auch die beiden sympathischen Hauptfiguren in „Rache ist süß. Eine bitterböse Überraschung“ von Katharina Reschke und zeigen mutig, was in ihnen steckt. Eine turbulente Freundschaftsgeschichte, die mit kurzen Kapiteln und vielen wunderbaren schwarz – weiß Illustrationen von Vera Schmidt für Kinder ab ca. 9 Jahren passt (Vorlesen geht natürlich eher).

Die Fünftklässlerin Mathilda ist gerade mit ihrer Familie umgezogen, in ein kleines Städtchen, in dem auch ihre Großeltern leben. Ihr Opa betreibt dort einen Kioskwagen, bei dem man ganz viele Süßigkeiten kaufen kann. Als sie am etwas verwilderten Haus ankommen, berichtet Oma ihnen mit einem seltsamen Blick, dass Opa aber gerade zu einer Weltreise aufgebrochen ist. So eine Enttäuschung! Ihre Gedanken darüber teilt das Mädchen mit ihren drei Topfpflanzen, die wie gute Freundinnen für sie sind.

In der Stadt lebt auch Finn, der Sohn des Bürgermeisters und der Polizeichefin. Sein Vater hat ein großes Ziel: ihre Stadt soll der schönste Ort der Welt werden und muss dafür richtig ordentlich sein. Dabei soll auch der Wettbewerb „Dein Bestes für Wülsten“ helfen, bei dem wie jedes Jahr alle Kinder mit ihren Erfindungen und Ideen antreten können. Finn ist ein leidenschaftlicher Erfinder und war sich sicher, dass er im letzten Jahr gewinnen wird. Überraschenderweise funktionierte seine Erfindung auf einmal nicht, die seines arroganten Mitschülers Sören, dessen Vater als Sparkassen – Chef auch eine wichtige Stellung in der Stadt hat, dafür aber umso besser. Es wirkt, als würde dabei nicht immer alles mit rechten Dingen zu gehen.

Mathilda braucht einige Zeit, um sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden. Dass alle immer darauf bedacht sind, dass es ordentlich und möglichst angepasst ist, mag sie nicht sonderlich. Finn geht es ähnlich, auch wenn in seinem Kopf immer der Gedanke alles überlagert, dass er es seinen Eltern recht machen muss und ein gutes, ordentliches Vorbild sein muss. Beide haben noch eine Gemeinsamkeit: Sie werden von Sören gerärgert, und zwar so richtig. Beide möchten sich das nicht mehr gefallen lassen und zudem noch die Manipulationen am Wettbewerb aufdecken.

Die Geschichte über zwei Kinder, die zunächst eher die „Außenseiter“ – Rolle haben, liest sich ganz wunderbar. Der eine ist aufgrund der familiären Verantwortung, die er empfindet und die ein großer Druck für ihn ist, sehr angepasst an die ordentlichen Verhältnisse in der Stadt. Wirkliche Freunde hat er dort nicht. Die andere kommt neu dazu, ist ganz anders als alle anderen und möchte sich auch gar nicht den strengen Regeln anpassen. Beide haben ihre ganz eigenen Probleme, erkennen aber auch bald ihre Stärken und setzen diese mutig ein. An manchen Stellen leidet man mit den beiden mit, an anderen gibt es etwas zu schmunzeln. Vergessen darf man auch nicht den Opa, der sich natürlich nicht auf einer Weltreise befindet. Wo er ist, verrate ich hier aber nicht.

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